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September 2010
Aussicht auf Veränderungen
Kunst-Parcours quer durch Hamburg entlang der S-Bahn Linie 3
Akademie einer anderen Stadt, Kunstplattform der IBA Hamburg 2009-11
künstlerische Leitung: Ute Vorkoeper, Konzept: Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch, kuratiert von Ute Vorkoeper und Andrea Knobloch


»Aussicht auf Veränderungen«
»Passagen«, Videoprojektion von Dorothea Carl
courtesy/copyright Akademie einer anderen Stadt, Filmstill: Dorothea Carl


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Hamburg hört an der Elbe auf – zumindest wenn es nach der Karte am S-Bahnhof Hamburg-Landungsbrücken geht. Sie erklärt den Besucher/innen vorm Hafenpanorama, was neben und hinter ihnen liegt, nicht aber das, was sie vor sich sehen. Die gegenüberliegende Elbseite ist abgeschnitten, ganz so als gäbe es hinter den Hafenkränen und Containerstapeln keine Stadt mehr.

Die Blindheit für den Hamburger Süden hält sich in der Stadt, auch wenn die Politik dagegen steuert, seit der Hafen wieder zum Angelpunkt der Stadtentwicklung geworden ist. Nachdem die nördlichen Fluss- und Hafenränder von Altona im Westen bis zur Hafencity am südlichen Innenstadtrand teuer saniert und neu bebaut wurden, hat Hamburg zuletzt den „Sprung über die Elbe“ zum Motto und Programm seiner Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg gemacht.

Ist diese Stadtentwicklung Wunsch, Behauptung, Wirklichkeit oder unerwünschte Heimsuchung? Was bedeutet sie für die Menschen der ganzen Stadt? Um wortwörtlich Bewegung in die Diskussion zu bringen, hat die »Akademie einer anderen Stadt«, die Kunstplattform der IBA Hamburg, deshalb einen Kunst-Parcours quer durch die Stadt entlang der S-Bahnlinie 3 entworfen. Unter dem Motto »Aussicht auf Veränderungen« loten zeitgenössische Künstler/innen zusammen mit Stadtbewohner/innen Klischees und Vorurteile über beide Elbseiten aus, thematisieren anstehende Änderungen neben bestehenden Wünschen, Ängsten und Hoffnungen, um eingefahrene Horizonte zu verschieben und neue Blickwinkel auf die Stadt zu eröffnen.

Die S-Bahn Linie 3 wurde zwischen dem 09. September und dem 03. Oktober 2010 zum Shuttle, mit dem Menschen von beiden Elbseiten zu den Kunstprojekten, Aktionen, Filmen und Performances rund um die S-Bahn-Stationen Harburg, Wilhelmsburg, Veddel, Landungsbrücken und Altona gelangten. Schon bei zufälliger Begegnung mit der Kunst an der Strecke konnte die alltägliche Fahrt zur besonderen Erfahrung werden. Darüber hinaus war jede/r eingeladen, den Kunst-Stadt-Parcours mit Hilfe eines Streckenplans ausgiebig zu erforschen. Angeboten wurden außerdem Erkundungstouren, um die Kunstprojekte an der Strecke ebenso wie die Strecke selbst aus künstlerischer, historischer und stadtplanerischer Perspektive zu betrachten.

Mit Arbeiten und Projekten von: Nevin Aladag, Dorothea Carl, Esra Ersen, Olafur Gislason, Christian Hasucha, Andrea Knobloch, Thomas Köner, KurzFilmSchule (Vanessa Müller, Heike Breitenfeld, Dorothea Carl), Christine Lemke. Katharina Lüdicke, Katrin Ströbel, Sonja Vodermaier/ Geelke Gaycken, Thomas Wiczak, Gundi Wiemer, Moira Zoitl


Was ist die Akademie einer anderen Stadt?
Die Akademie einer anderen Stadt wurde am 1. April 2009 in Hamburg Wilhelmsburg gegründet und gestaltete in den Jahren 2009 bis 2011 die Kunstplattform der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg.

Die Akademie initiiert und unterstützt Dialoge zwischen internationaler zeitgenössicher Kunst und transkultureller Stadt. Ihre Themen sind die Sprachen der Stadt, interkulturelle Identitäten, unscheinbare und verdrängte Kulturen und sie sucht nach künstlerischen Formen, um Öffentlichkeit für Konflikte wie Potentiale der Gegenwartsstadt zu bilden.


Web-Links:
Akademie einer anderen Stadt
IBA Hamburg

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