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Oktober 2004
Consum
Ausstellung und Workshop mit Studierenden der Zeppelin University
Kooperationsprojekt der Zeppelin University mit dem Kunstverein Friedrichshafen
kuratiert von Dr. Karen van den Berg und Jörg van den Berg


»Consum«
abgehängte Decke (2050 mit Styroporflocken gefüllte Plastiktaschen), Maße variabel
Vorhang (600 Einkaufsbons, Silberfolie, Aluschiene, Draht), Maße varibabel
copyright Andrea Knobloch, Fotografie: Andrea Knobloch


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Im Rahmen der Projektarbeit des Studiengangs Cultural Management an der Zeppelin University in Friedrichshafen entstand unter der Leitung von Karen und Jörg van den Berg das Ausstellungsprojekt »Consum«. Im Vorfeld der Realisierung wurden die ausstellenden Künstler/innen zu Workshops mit den Studierenden eingeladen. Der thematische Rahmen und mögliche Herangehensweisen an Präsentationsformate sollten dabei diskutiert und präzisiert werden. Eine Reihe von Veranstaltungen war als Begleitprogramm der Ausstellung geplant, wobei der Ausstellungsraum selbst als Veranstaltungsort dienen sollte. Mit der Aufgabe der Gestaltung dieses Veranstaltungs-Settings wandten sich die Studierenden an mich.

Während eines ersten Workshops wurden praktische und konzeptionelle Anforderungen an den Veranstaltungsraum formuliert. Als inhaltliche Richtlinie festgehalten wurde die Maßgabe, das eigene Verwickelt-Sein in Konsum-Vorgänge, den eigenen Konsument/innen-Status nicht aus den Augen zu verlieren und bei aller Kritik an einer Gesellschaft, die ihre Bürger/innen nahezu ausschließlich als Konsument/innen adressiert, auch einen humorvoll distanzierten Blick auf das Thema zuzulassen.

Der letztendlich zur Ausführung bestimmte Vorschlag wurde in einer weiteren, intensiven Arbeitsphase mit den Studierenden gemeinsam umgesetzt. Vorgänge der Akkumulation, des Zusammenraffens von Waren mündeten in eine den Raum gliedernde Struktur, die ihrerseits keinerlei Ausstellungsfläche in Anspruch nahm. Als Basismaterial wurden vor allem Produkte ausgewählt, die die Distribution von Konsumgütern begleiten bzw. dabei als »Abfall« zurückgelassen werden. Die an die Studierenden zurückgegebene Aufgabe bestand darin, die benötigten Materialmengen (Plastiktaschen, Styropor-Flocken, Kassenbons und Teppichreste) auf der Basis von Schenkungen und Sponsoring zu sammeln und möglichst wenig Mittel aus dem Ausstellungsetat dafür zu verwenden. Während einer fünftägigen Aufbauzeit wurde der Ausstellungsraum mit vier Gestaltungselementen ausgestattet: eine abgehängte Decke aus 2050 mit Styroporflocken gefüllten Plastiktaschen, ein Vorhang als Kulisse für diskursive Veranstaltungen aus 600 miteinander verknüpften Kassenbons, ein aus Restmaterial zusammengesetzter Teppichkreis von 5m Durchmesser und eine werbende Fensterdekoration.

Der Kunstverein Friedrichshafen hat seine Adresse inmitten der Friedrichshafener Innenstadt, zwischen Zeppelinmuseum, Einkaufsstraße und Busbahnhof mit zentralem Supermarkt. Während der Aufbauarbeiten zu »Consum« wurden anliegende Einzelhändler/innen sukzessive in den Entstehungsprozess verwickelt, in dem sie um Spenden (Plastiktüten/ Styroporflocken) und Unterstützung gebeten wurden. Vor dem Kunstverein zwischen Bäume gehängte Plastiktüten sorgten zusätzlich für Aufsehen. Für eine weitere Aktion, die im Rahmen der Finissage geplante »Ladenhüter-Versteigerung«, wurden unverkäufliche Waren gestiftet, die in der Ausstellung besichtigt und ersteigert werden konnten.


Termine
Eröffnung: 09.10.2004
Laufzeit: 10.10. – 06.11.2004

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