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Oktober 2013
Raum für grenzwertige Mitteilungen
Akademie einer anderen Stadt (Andrea Knobloch & Ute Vorkoeper)
Lichtinstallation und Schreibperformances mit Jenaer Bürger/innen
im Rahmen des Projekts »BrandSchutz // Mentalitäten der Intoleranz«
Lichtinstallation und Schreibperformances mit Jenaer Bürger/innen


»Raum für grenzwertige Mitteilungen«
Schlussbild der ersten Schreibperformance am 03.10.2013
courtesy/copyright Akademie einer anderen Stadt


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Was ist unerträglich und wo reicht Toleranz nicht aus? Wo ist Zurückweisung und wo ist Einfühlung und Engagement gefordert? Jenaer Bürger/innen sind eingeladen, ihre persönlichen Toleranzgrenzen und ihre Konflikte mit dem Begriff der Toleranz in großen schwarzen Buchstaben über die leuchtende Fassade des Stadtspeichers am Markt zu schreiben. Gemeinsam mit den Künstlerinnen Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper entwickeln sie Mitteilungen und Choreographien, die vom 3. Oktober bis zum 14. November 2013 immer donnerstags um 18:30 Uhr aufgeführt werden.

Die sieben öffentlichen Schreibperformances können als verwirrend schöne Schattenspiele live vom Marktplatz aus erlebt werden. Jede Performance endet mit einer anderen Abschlussbotschaft, die Schwarz auf Weiß auf der Fassade stehen bleibt, bis sie durch die nächste Performance aufgelöst wird.

Premiere: 3. Oktober ab 19:00 Uhr

Weitere Aufführungen
10. Oktober / 17. Oktober / 24. Oktober / 31. Oktober /
07. November / 14. November
Beginn: 18:30 Uhr / Dauer: 20-30 min


Hintergrund
Es reicht offenkundig nicht aus, Toleranz als Heilmittel gegen Intoleranz zu behaupten. Mit dem »Raum für grenzwertige Mitteilungen« wird deshalb auf Zeit ein Ort geschaffen für die Debatte des Toleranzbegriffs und die Veröffentlichung von persönlichen, bisweilen unbewussten Toleranzgrenzen. Die Konfrontation mit fremden und eigenen Grenzen, mit der eigenen Sprachlosigkeit oder fehlendem Engagement vermag vielleicht geschlossene Weltbilder eher aufzubrechen als Belehrungen, Appelle oder Ausschlussgesten.

Der »Raum für grenzwertige Mitteilungen« ist eine politische und ästhetische Gemeinschaftsarbeit mit unvorhersehbaren, vielleicht auch widersprüchlichen Ergebnissen. Politische Diskussion und künstlerische Arbeit greifen ineinander. Das Verfassen der Botschaften, die über die Fassade veröffentlicht werden sollen, ist mit der Anfertigung von großen Buchstaben, der Ausarbeitung einer Choreographie und zuletzt mit der konkreten Aufführung im Stadtspeicher verbunden. Der körperliche Einsatz und das Einbringen von Zeit und Engagement sind unumgänglich, aber das Mitwirken wird durch den Spaß an der gemeinsamen Herstellung eines Kunstwerks belohnt.

Ort und Mitwirkende
Zur Vorbereitung der Performances wird im Bürgerraum in der 1. Etage des Stadtspeichers eine offene Werkstatt eingerichtet. Hier treffen sich die Mitteilungsgruppen und schneiden Buchstaben für ihre Performances, hier erarbeiten und proben sie ihre Choreographien. Darüber hinaus steht der Raum allen interessierten Gästen offen, um Videodokumentationen der vorangegangenen Performances anzusehen oder Kommentare ins Gästebuch zu schreiben.

Für das Mitwirken an den Schreibperformances werden einerseits Bürger/innengruppen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen und Erfahrungshintergründen angesprochen (Vereine, Initiativen, Studiengänge, Schulklassen, Gemeinden). Andererseits steht das Mitwirken an den Performances auch für Bürger/innen offen, die nicht in Gruppen organisiert sind. Abhängig von den Erfahrungen und Anliegen der verschiedenen Mitteilungsgruppen werden die Choreographien jeder Aufführung anders ausfallen.

Hinweis für Interessent/innen
Wer sich mitteilen und mitwirken möchte, wird gebeten, sich zwei aufeinanderfolgende Donnerstage jeweils in den Abendstunden Zeit zu nehmen. Im Anschluss an die jeweils vorausgehende Performance, die um 18:30 Uhr stattfindet, treffen wir uns im Stadtspeicher zur Vorbereitung der nächsten Performance, die am darauffolgenden Donnerstag ab 17:30 Uhr geprobt und um 18:30 Uhr öffentlich aufgeführt wird. Die Performances dauern ca. 20-30 Minuten.

Bei den Vorbereitungstreffen werden »grenzwertige« Botschaften gesammelt, in der Gruppe diskutiert und zusammen mit den Künstlerinnen in eine Choreographie gebracht, die mit einer gemeinsam verfassten Abschlussbotschaft endet. Diese Abschlussbotschaft ist von besonderer Bedeutung, da sie über eine Woche auf der Fassade lesbar bleibt. Die Choreographien werden dann von den Künstlerinnen ausgearbeitet und in der Woche drauf durchgesprochen, generalgeprobt und aufgeführt.

Um Anmeldung wird gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Kontakt: jena@mitwisser.net


Web-Links
Akademie einer anderen Stadt
BrandSchutz
Demo »Raum für grenzwertige Mitteilungen«

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