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Juni 2015
don't listen to the early birds
Einzelausstellung
Galerie cubus-m, Berlin


»don't listen to the early birds«, 2015
5 Drahtgeflechte. Bindedraht
copyright und Fotografie: Andrea Knobloch


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»Wertpappe – Man sieht den fast 250 Pappkartons nicht gleich an, dass sie Fragen zur Massengesellschaft stellen
Bei den Kartons von Andrea Knobloch handelt es sich um Verpackungen, die nur einmal für den Transport von Waren vom Hersteller zum Supermarkt benutzt werden. Danach werden sie weggeworfen. Welche Verschwendung. Genau deshalb hat die in Düsseldorf lebende Künstlerin Andrea Knobloch die Kartons zum Material ihrer Installation gemacht. Es geht in ihrem schräg-dynamisch gehängten Relief auch darum, zu zeigen, wie die genormte Uniformität der weißen Wellpappkartons konterkariert werden kann, einfach, indem ihnen per Siebdruck ein baumrindenartiges Muster verpasst wird. Die Naturanmutung kontrastiert mit der industriellen Herstellung der Kartons. Weil Knobloch die Muster immer wieder anders anbringt und dreht, gleicht kein Karton dem anderen.
Das Surplus des Handwerklichen zeigt auch die zweite Installation mit Drahtgeflechten, in denen eine Wabenform zum Ausgangspunkt verschiedener, daraus entwickelter Strukturen wird. Das Serielle der Wabe und das Individuelle der handgewickelten Megastrukturen verbinden sich. Knoblochs Arbeiten wirken zwar zunächst hermetisch und spröde, entschlüsseln sich aber mit dem nötigen Hintergrund als präzise und elaborierte Versuchsanordnungen über die Frage nach einer individuellen Ästhetik in der Massenkultur.«
Roland Berg, Zitty 17, 2015


»Frühe Vögel und ihre Würmer sind auch nur vom Kapitalismus konditioniert. Dabei ist Andrea Knoblochs ›Wirtschaftswald‹ aus umgestülpten Papp-Obstkisten eine so wunderbar leichte Wandarbeit, dass ihre thematische Ernsthaftigkeit (Bauwahn, Wohnraum, Überlebensstrategien im Kapitalismus) umso weher tut. Die schwarzen Siebdrucke auf den weißen Kartons – noch bis Samstag unter dem Titel ›don't listen to the early birds‹ bei cubus-m zu sehen – erinnern an Bergkrater und bleiben gleichzeitig minimalistisch. Nebenan mechanische Vogelgeräusche zu gerolltem Maschendraht: Das Filigrane ist bei Knobloch immer auch belastet. Mit dem Architekten Matthias Heyden spricht sie am Samstag zur Finissage über die Bezüge ihrer Arbeiten zum boomenden Baubusiness, das immer höhere Wolkenkratzer hervorbringt und ganze Landschaften in Beton versenkt, in Megacities wie Chongqing, China. Es geht um gebauten Raum, Lebensraum und selbstgebauten Freiraum.«
taz Berlin, 06.08.2015


Termine
Eröffnung: 26.06.2015
Laufzeit: 27.06. – 08.08.2015
Finissage und Künstlergespräch: 08.08.2015, 17 Uhr



Web Link
cubus-m

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